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Juli 2012

Richtig realisiert hatte ich die Diagnose "Krebs", was es für meine beruflichen sowie privaten Vorstellungen und mein Leben verändern sollte, noch immer nicht. Bei den direkt im Gehirn wachsenden Tumoren unterscheidet man hirneigene Tumore und Hirnmetastasen, die von einer Tumorerkrankung eines anderen Organes ins Gehirn gestreut haben. Nach einer Gewebeuntersuchung wurde festgestellt, daß es sich um einen hirneigenen Tumor, ein sogenanntes anaplastisches Astrozytom handelt. Astrozytome gehören zu den häufigsten Tumoren des Gehirns und treten vorwiegend im mittleren Lebensalter auf. Sie haben ihren Ursprung in den Astrozyten, die zum Stützgewebe (Gliazellen) des Zentralnervensystems gehören, und werden deshalb den Gliomen zugeordnet. Der Grad der Bösartigkeit (Malignität) wird nach einer Biopsie mikroskopisch anhand feststehender Kriterien bestimmt. Die verbreitetste Einteilung von Hirntumoren ist die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie basiert auf neuropathologisch-anatomischen, histologischen und genetischen Tumormerkmalen. Die Begutachtung des Tumorgewebes unter dem Mikroskop spielt dabei eine wichtige Rolle. Die WHO-Klassifikation unterscheidet vier verschiedene Tumorgrade. WHO Grad I (gutartig) WHO Grad II (noch gutartig) WHO Grad III (bereits bösartig) WHO Grad IV (bösartig) Der WHO Grad I entspricht einem gutartigen, langsam wachsenden Tumor. Beim WHO Grad IV handelt es sich dagegen in der Regel um einen besonders bösartigen und schnell wachsenden Tumor. Ein anaplastisches Astrozytom hat den WHO Grad III. Bislang wurden die unterschiedlichsten tumorauslösenden Stimuli (Onkogene) für Astrozytome vorgeschlagen. Als übereinstimmender Risikofaktor hat sich die Exposition gegenüber erdölbezogenen Chemikalien (Petrochemicals) herausgestellt. Die klinische Symptomatik ist von der Lokalisation des Tumors im Gehirn oder im Spinalkanal abhängig. In der Regel beginnt sie mit andauernden Schmerzen, Empfindungsstörungen oder auch einer Epilepsie. Später treten oft noch neurologische Ausfälle (beispielsweise Lähmungen) der betroffenen Regionen hinzu. Der Nachweis erfolgt mittels Kontrastmittel im CT oder einer Kernspintomografie. Die Therapie zielt auf eine möglichst komplette chirurgische Entfernung des Tumors ab. Bei den höhergradigen Tumoren kann eine anschließende Bestrahlung des Tumorbereiches notwendig sein. Eine Heilung durch alleinige Chemotherapie ist zur Zeit nicht möglich, diese kann in Kombination mit der Strahlentherapie jedoch die Überlebenswahrscheinlichkeit verbessern. Juli 2012 heute war mein Cyberknife-Termin. Das Konzept für mich zur Verkleinerung des Tumors und Restbestrahlung halten die Ärzte aus Großhadern dort für das Beste. Das Beste, weil die OP-Risiken für mich an der untersten Grenze gehalten werden (und das ist bei einer so komplizierten Lage am Hirnstamm ja nicht unerheblich). Cyberknife ist die Weiterentwicklung des Gammaknife und nur für einen Teil von Tumoren vielversprechend (70% der Anfragen müssen sie dort ablehnen, weil das Verfahren eben nur begrenzt anwendbar ist). Insofern hätte ich "Glück" und die Nebenwirkungen sind gering. Bei meiner Art von Tumor haben sie einen Bestrahlungserfolg von 95%. Dabei hat man eine einmalige Sitzung von 1-2 Stunden. Die Kosten sind erheblich: bei mir ca. 11500 Euro und vorher mit der Krankenkasse zu verhandeln - Glück hat, wer privat versichert ist, die zahlen als eine der wenigen Krankenkassen anstandslos. Seit diesem Zeitpunkt bekam ich des öfteren während der fokalen Anfallsäquivalente Verständnisstörungen, ich kann zwar alles hören, aber die Leute könnten auch chinesisch sprechen, ich konnte es nicht verstehen. Zudem weiterhin Wortfindungsstörungen, Lese- und Schreibschwierigkeiten. Ich litt unter starken Kopfschmerzen, häufigen Schweissausbrüchen und mangelnder körperlicher Belastbarkeit. Zwei Tage nach der Cyberknife-Bestrahlung wollte ich mich ablenken und ging mit meiner Freundin und ein paar Freunden Party machen. Wir befanden uns in einer Diskothek, bis es mir plötzlich schwarz vor den Augen wurde und ich bewusstlos fiel, dass ich ins Krankenhaus eingeliefert werde. Behandelt wurde ich dort mit dem bekannten Patentrezept: Kortison! Mein größter Dank gilt meiner Freundin, die ich über alles liebe und die einen klaren Kopf bewahrt hat und sofort den Notarzt gerufen hat! Mein Schatz stand mir zu jeder Zeit beiseite und unterstützte mich mit allen Kräften, wich im Krankenhaus nicht eine Sekunde von meiner Seite, Hasi ich liebe Dich!
10.2.14 18:53
 
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