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der Freak und die Wurzel

Hallo liebe Leser,

ich beginne heute diesen Blog, um über mein Schicksal zu sprechen. Ich bin 28 Jahre alt, habe Abitur und habe bislang erfolgreich selbstständig als IT-Servicetechnikerin gearbeitet. Im März 2012 wurde ich im Zug in Hamburg auf der Fahrt nach Lübeck bewusstlos und daher in ein Krankenhaus gebracht. Ich wurde Not-Operiert, weil ich eine Gehirnblutung erlitten habe, verursacht durch ein Aneurysma. Hierbei wurde jedoch nicht erkannt, dass in der rechten Hälfte meines Gehirns ein Gehirntumor liegt, der dringend entfernt werden muss.


In Kopenhagen fand die Operation statt, die zum Glück sehr gut verlaufen ist. Ich hatte großes Glück.

In diesem Blog möchte ich nun über meine Erfahrungen mit meiner Krankheit, meiner Krankenhaus-Odysse vor und nach meiner OP´s berichten und über alle Wege, die ich nun gehe, um wieder ganz gesund zu werden.



Mai 2012...
Alle paar Tage oder Wochen hatte ich für ca. 30 bis 40 Sekunden das Gefühl nicht sprechen zu können. Nach ein paar Sekunden war der Schreck bereits wieder vorüber und ich konnte wieder normal sprechen und mich bewegen. Ich hatte Schwindel, Kopfschmerzen und leichte fokale Anfälle.
Mein damaliger Arzt im Universitätsklinikum Regensburg sagte mir, dies wären Langzeitfolgen meines früheren Schädel-Hirn-Traumas, verursacht durch einen schweren Autounfall 2004.

Juni 2012
Bei der Nachsorgeuntersuchung festgestellt das ein Untermieter in meinem Kopf von mir Besitz nimmt. Fühl mich ausgewaschen und zerknittert -> Waschmaschine 1400 Umdrehungen.


Das Bezirksklinikum Regensburg ist vor allem ein Ort für psychisch kranke Menschen. Glücklicherweise gibt es eine Station für Patienten wie mich, die nur zu einer Beobachtung aufgenommen werden. In einem Zweibett-Zimmer wurde ich zuerst EEG-Kabel für das 24-stündige EEG an meinem Kopf angeklebt. Diese Kabel waren zwei Meter lang und ermöglichten es mir, mich im Zimmer frei zu bewegen, ins Bad zu gehen und vor dem Zimmer Getränke und Essen von einem kleinen Buffet zu nehmen.

Durch das 24-Stunden-EGG wurde versucht die Ströme und Wellen des Gehirntumors zu messen. Da es während meines Aufenthaltes im Krankenhaus jedoch keinen neuen Anfall mehr gab, konnten keine Strömungen während eines Anfalls gemessen werden.

Im Krankenzimmer wurden meine Zimmernachbarin und ich über Kameras beobachtet und einmal pro Tag gebeten für 5 Minuten tief ein- und auszuatmen. Ich merke, wie ich nach ca. drei bis vier Minuten begann zu hyperventilieren. Dies ist eine normale Reaktion auf die tiefe Atmung, da diese eine Belastung für den Körper vorgaukelt und einen ähnlichen Zustand erreicht, wie nach einer anstrengenden Sportart.

Nach einer Nacht im Krankenhaus wurden die Kabel am Morgen entfernt und der Sprachtest fand statt.
Bei dem Sprachtest wurde mein Kopf erneut mit zwei Ultraschall-Kabeln versehen, die erkennen, wann welche Gehirnhälfte mehr in Anspruch genommen wird. Ich musste auf einen Bildschirm schauen, auf dem ein Buchstabe erschien. Beispielsweise der Buchstabe “B”. Nun musste ich mir 30 Sekunden lang Wörter ausdenken, die mit “B” beginnen. Danach musste ich für 10 Sekunden Wörter sagen, die mit “B” beginnen. Das konnten entweder dieselben oder andere Wörte sein, als ich mir in den 30 Sekunden zuvor ausgedacht habe. Insgesamt wurde der Test mit 20 Buchstaben durchgeführt. Nach Ende des Tests war durch die Aufzeichnungen klar zu erkennen, das signifikant die linke Gehirnhälfte immer deutlicher in Anspruch genommen wurde als die rechte. Ich hatte großes Glück! Mein Sprachzentrum sitzt rechts.

Es wurde vormittags das erste MRT meines Kopfes gemacht.

Das MRT dauerte ungefähr 30 Minuten. Ich lag in einer Röhre und durfte den Kopf nicht bewegen. Durch eine Infusion wurde mir Kontrastmittel gespritzt. Hierdurch können die Mediziner erkennen, ob ein Tumor streut oder nicht.

Nach dem MRT ging ich wieder auf mein Zimmer und wartete auf das Ergebnis. Kurz vor dem Mittagessen kam der Neurologe, um mich darüber zu informieren, dass ein gutartiger, nicht-streuender Gehirntumor gefunden wurde. Man nahm damals an, dass es sich um einen diffusen Astrozytom WHO Grad 2 handelte. Es wurde empfohlen den Tumor so schnell wie möglich in einer Neurochirurgie entfernen zu lassen. Ein guter Ort dafür sei das Universitätsklinikum Großhadern.

Die Nachricht, einen Gehirntumor zu haben, hat mich in diesem Moment viel weniger schockiert als ich dachte. Da ich bereits seit einem Tag Medikamente bekam, glaube ich, dass diese einen großen Einfluss darauf hatten, dass ich sehr ruhig blieb. Ich dachte nur daran, dass der Fremdkörper schnell entfernt werden müsste.

Erst in den Stunden darauf beschäftigte ich mich mit dem Begriff Astrozytom. Im Internet war schnell zu finden, dass nur 50% aller Patienten nach fünf Jahren nach der OP noch lebten. Zum Glück konnte ich bereits an diesem Tag entlassen werden.Ich bekam bereits das Medikament Keppra, ein Kortison-Medikament und eine magenschonende Tablette.

Ein Termin bei dem Neurochirurgen Herrn Prof. Dr. Westphal im UKE bekam ich bereits in der kommenden Woche. Somit musste ich nun nur noch drei Tage warten, bis die weiteren Schritte besprochen werden konnten.

Bereits einige Monate vor der Diagnose traten bei mir die ersten Anzeichen auf, das etwas nicht stimmt. Leider waren diese Anzeichen jedoch so klein, dass ich niemals an Vorboten für einen Gehirntumor geglaubt hätte.
5.2.14 11:12
 
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